Versicherungsschutz für Smartphone: Was leisten die Verträge?

Wer ein hochpreisiges Smartphone kauft und es überall mit hinnimmt, möchte natürlich einen optimalen Schutz. Nichts liegt näher, als direkt beim Kauf eine Police zu einem augenscheinlich günstigen monatlichen Beitrag zu wählen und eine Versicherung für das Handy abzuschließen. Doch wie gut sind die Policen wirklich und zahlt die Versicherung unbürokratisch, wenn das Smartphone beschädigt wird?

Smartphone Versicherungen meist lückenhaft

Den größten Teil eines Vertrages zur Versicherung machen die Ausschlusslisten aus. Ehe man sich für einen Abschluss einer Versicherung entscheidet, sollte der Interessent genau prüfen, unter welchen Umständen eine Zahlung von der Versicherung erfolgt. Denn wir der Test für Handyversicherungen der Stiftung Warentrest verdeutlicht, ist diese Police keinesfalls eine wichtig oder gar zwangsläufig notwendig. Wer eine Hausratpolice besitzt, hat meist schon den Versicherungsschutz gegen Diebstahl enthalten und muss so sein Smartphone nicht separat versichern. Auch in Punkto Beschädigung kann die separate Police in vielen Fällen nicht wirklich überzeugen. Ausschlüsse liegen zum Beispiel vor, wenn das Smartphone:

durch Herunterfallen
durch Regen oder Witterungseinflüsse
durch verschüttete Getränke
durch Dritte

beschädigt wird. Hier verweisen viele Policen auf ein Eigenverschulden und schließen die Kostenübernahme aus. Generell ist es schwierig, sogar fast unmöglich, eine Beschädigung ohne die Anlastung des Eigenverschuldens zu melden und so eine Kostenübernahme in die Wege zu leiten. Am Beispiel des Diebstahlschutzes sieht man, wie hoch der Ausschluss und wie gering die Chance auf eine Kostenübernahme ist. Die Versicherung haftet nur, wenn das Handy aus:

einem geschlossenen Raum
dem Fahrzeug
dem Spind

entwendet wird. Stiehlt der Dieb hingegen die Handtasche, die Jacke im Restaurant und das darin aufbewahrte Smartphone, kann die Versicherung ein Eigenverschulden einräumen und so die Übernahme der Kosten ausschließen.

Versicherungen auf ihre Leistungsstärke prüfen

Leistungen & Vorteile einer Handyversicherung sollten vorher genaustens durchleuchtet werden. Bei einigen Versicherungen tritt der Diebstahlschutz nur dann in Kraft, wird das Handy zwischen 22 Uhr und 6 Uhr gestohlen. Doch hier ist die Gefahr relativ gering, da die meisten Diebstähle tagsüber passieren. Ein Diebstahl in der U-Bahn lässt sich ebenfalls kaum abrechnen. Der Besitzer hätte, so äußert sich die Versicherung, auf das Gerät aufpassen und es sicher verstauen müssen. Weitere Fakten die gegen den Versicherungsschutz für das Handy sprechen, sind die oftmals wenig relevante Zeitwertberechnung, sowie der hohe Selbstbehalt im Schadensfall. Rechnet der Versicherungsnehmer die monatlichen Prämien zusammen, stellt sie in den Kontext zum Zeitwert des Smartphone und betrachtet den Selbstbehalt bei Kostenübernahme, wird er im Endeffekt ein Ergebnis vor Augen haben, bei dem er hohe Mehrkosten zahlt. Nur wenige Verträge bieten wirklichen Schutz. Doch auch da kann der Versicherungsnehmer mit einer Kündigung nach der Schadensregulierung rechnen.